Chronik Groß Schönebeck

Die Gründung des Dorfes Groß Schönebeck wird von den Historikern für das Jahr 1250 angesetzt. Die ersten schriftlichen Beweise für die Existenz stammen aus den Jahren 1304 bzw. 1313. Wie viele andere Städte und Dörfer der Mark Brandenburg, ist auch Groß Schönebeck im Schutze einer Burg entstanden, während der Regierungszeit der askanischen Markgrafen Otto II.(1184-1205) und Albrecht II. des Bären (1205-1250).

Wahrscheinlich haben sich schon zur Bronzezeit Menschen auf einer kleinen Anhöhung, die aus dem moorigen Gebiet herausragte, angesiedelt. Woher der Name Groß Schönebeck stammt, läßt sich heute nicht mehr genau eruieren. Einige Forscher leiten Ihn von Conradus Schonebecke ab, der erstmals im Zusammenhang mit dem Ort genannt wird. Die anderen Heimatforscher leiten ihn von "scone", d.h. übersetzt schön und "beke", d.h. Bach - also Siedlung am schönen, klaren Bach, ab.

Um sich vor durchziehenden Raubrittern zu wehren, schützen die Einwohner des Dorfes sich mit einer Steinmauer um ihre Siedlung und verstärkten die Wälle mit stachligen Hecken. Um 1503 werden verschließbare Tore genannt. Eins stand mit Sicherheit an der Kreuzung, wo die Joachimsthaler Straße abbiegt. Joachim II., der oft im Jagdschloß Groß Schönebeck weilte, führte mit der Reformation auch den lutheranischen Glauben ein. Wie auch in Joachimsthal, brachte der 30.jährige Krieg dem Dorf Not und Leid. 1638 wird es in Schutt und Asche gelegt. Kurfürst Joachim siedelte Leute aus der Pfalz, Friesland und Holland an und allmählich erholte sich die Gemeinde von den Kriegsfolgen. Des öfteren war er auch selbst im Ort um sich persönlich um den Fortgang der Wiederherstellung zu kümmern.

Im Jahre 1665 bewilligte er durch ein Dekret eine Kollekte in der Mark Brandenburg um den Wiederaufbau der zerstörten Kirche zu veranlaßen. Er selbst zahlte 25 Taler. Infolge Geldmangels ging der Bau in mehreren Etappen vonstatten. Auch in Groß Schönebeck waren die Menschen mit dem Wald der Schorfheide verbunden. Im neu erbauten Schorfheide-Museum kann die wechselvolle Geschichte des Ortes und der Schorfheide genauer erforscht werden. Nicht nur als mögliches Eingangstor zum Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, auch wegen des Wildparks, wo beispielsweise Elche, Wölfe und Wisente in Freigehegen zu beobachten sind, ist Groß Schönebeck in jüngster Zeit bekannt geworden. Mit einer günstigen Zugverbindung von Berlin, ist Groß Schönebeck in einer knappen Stunde zu erreichen.

Quellen: Mit freundlicher Unterstützung der Stadtbibliothek Joachimsthal